Fleischverarbeitung bei niedrigen Temperaturen

In der fleischverarbeitenden Industrie sind Stabilität und Kontinuität im Produktionsprozess von entscheidender Bedeutung. Veränderungen bei den Rohstoffen oder den Prozessbedingungen können sich unmittelbar auf die Leistung von Maschinen und Schneidwerkzeugen auswirken.

Bei einem unserer Kunden, einem großen Fleischverarbeiter, kümmern wir uns bereits seit Jahren um die Lieferung und das Schleifen von Messern, unter anderem für Fleischwölfe und Fülldüsen. Im Rahmen des Produktionsprozesses wurde kürzlich eine Änderung der Rezeptur vorgenommen. Das Fleisch wird dabei kälter vorbehandelt als zuvor. Während die Temperatur früher bei etwa -15 °C lag, erfolgt dies nun bei -20 °C bis -25 °C. Durch diese niedrigere Temperatur kann ein zusätzlicher Prozessschritt übersprungen werden: Das Fleisch muss vor der Weiterverarbeitung nicht mehr temperiert werden. Dies bringt dem Kunden eine deutliche Kostenersparnis in Bezug auf Zeit, Energie und Handhabung. Gleichzeitig stellt diese Änderung höhere Anforderungen an die Schneidwerkzeuge im Prozess.

Messerbruch in Fleischwölfen und Hackmaschinen

Nach dieser Änderung trat ein Problem mit den verwendeten Messerhaltern mit Wechselmessern auf. Vor der Rezepturänderung konnte der Kunde mit denselben Messerhaltern problemlos etwa zwei Produktionstage lang produzieren. Nach der Anpassung kam es jedoch bereits nach einem Produktionstag zum Bruch der Wechselmesser. Der Kunde hatte selbst bereits festgestellt, dass das Problem seltener auftrat, wenn die Maschine mit einer niedrigeren Drehzahl lief. Dies erwies sich jedoch als keine praktikable Lösung, da die erforderliche Produktionskapazität dann nicht erreicht werden konnte.

Analyse des Schneidprozesses

Um das Problem zu untersuchen, wurde unser Mitarbeiter aus dem Technischen Support, Eric Timmer, gebeten, über eine mögliche Lösung mitzudenken. Nach einer Analyse des Produktionsprozesses folgte eine Besprechung zwischen dem Kundenbetreuer Daan van Leeuwen, dem Technischen Support und unserer Abteilung für Produktentwicklung. Während dieser Besprechung wurden verschiedene mögliche Ursachen und Lösungsansätze erörtert.

Alternatives Messer als Lösung

Die Analyse ergab, dass es in dieser Situation besser wäre, mit einem alternativen Messer ohne Wechselklingen zu produzieren. Dieses alternative Messer wurde dem Kunden daraufhin vorgeschlagen. Der Kunde entschied sich, ein Messer zu bestellen, um damit einen Praxistest in der Produktion durchzuführen. Aufgrund eines speziellen Vorschneiders in der Maschine erwies sich eine kleine Anpassung an das Standardmesser als notwendig. Diese Anpassung haben wir kurzfristig umgesetzt.

Test in der Produktionsumgebung

Das angepasste Messer wurde anschließend in Zusammenarbeit mit dem Kunden und unter Anleitung von Eric Timmer und Daan van Leeuwen in einer Testkonfiguration in die Maschine eingesetzt. Nach dem ersten Produktionsstart zeigte sich schnell, dass das Messer stabil funktionierte. Nach etwa einer Stunde Produktion wurde beschlossen, das Messer in der Maschine zu belassen und den Rest des Produktionstages damit weiterzuarbeiten.

Ergebnis: stabile Produktion und weniger Stillstand

Der erste Produktionstag wurde zur Zufriedenheit abgeschlossen. Am nächsten Tag wurde dieselbe Anordnung erneut in die Maschine eingebaut. Auch an diesem Produktionstag waren die Ergebnisse stabil. Auf Grundlage dieser Testergebnisse hat der Kunde beschlossen, die derzeitigen Messer durch das neue, angepasste und getestete Messer zu ersetzen.

Dank dieser Lösung kann der Kunde nun weiterhin mit tiefergefrorenem Fleisch produzieren. Dadurch muss das Fleisch nicht mehr zunächst temperiert werden, was einen zusätzlichen Prozessschritt und die damit verbundenen Kosten einspart, während die Produktionskapazität erhalten bleibt.

Gemeinsam an Lösungen in der Schneidtechnik arbeiten

Durch die gemeinsame Analyse des Produktionsprozesses und das Testen einer angepassten Lösung konnte das Problem mit brechenden Wechselmessern gelöst werden, ohne Abstriche bei der Produktionskapazität zu machen.

Haben Sie auch ein schneidtechnisches Problem in Ihrem Produktionsprozess? Wir denken gerne mit Ihnen über eine passende Lösung nach.